Average Order Value (AOV): Definition und Interpretation

Der AOV, oder der durchschnittliche Bestellwert, zeigt, wieviel Geld durchschnittlich pro Bestellung auf einem Online-Shop oder Marktplatz ausgegeben wird. Man berechnet ihn, indem man den Gesamtumsatz eines bestimmten Zeitraumes durch die Anzahl der Bestellungen in diesem Zeitraum teilt. Diese Zahl gibt E-Commerce-Unternehmen einen klaren Überblick darüber, wie viel Geld ein Kunde durchschnittlich für einen Kauf ausgibt.

Denn dieser Wert hat direkte Auswirkungen auf die Rentabilität des Unternehmens. Eine Erhöhung des durchschnittlichen Bestellwerts kann zu einem höheren Gesamtumsatz führen, ohne dass man neue Kunden gewinnen muss. Dementsprechend ist der durchschnittliche Bestellwert ein nützliches Instrument zur Umsatzsteigerung und Kostenoptimierung.

In der Welt des Online-Handels ist es besonders wichtig, dass Unternehmen den durchschnittlichen Bestellwert optimieren. Trotzdem sollte betont werden, dass dieser Wert nur eine von vielen wichtigen Kennzahlen im E-Commerce ist. Er gibt wichtige Einblicke ins Kundenkaufverhalten. Um jedoch ein vollständiges Bild von der Geschäftsentwicklung zu bekommen, muss man auch andere Kennzahlen heranziehen.

Gesamtumsatz
Anzahl der Bestellungen

Warum ist der AOV wichtig für E-Commerce-Unternehmen?

Der Average Order Value (AOV) ist eine wichtige Kennzahl im E-Commerce und kann Unternehmen dabei helfen, fundierte Entscheidungen in verschiedenen Geschäftsbereichen zu treffen. Hier sind einige Möglichkeiten, wie der AOV für Entscheidungen genutzt werden kann:

  1. Preisstrategie und Produktbündelung:
    • Wenn der AOV niedriger ist als erwartet oder gewünscht, könnten Unternehmen überlegen, Cross-Selling- oder Up-Selling-Strategien zu implementieren.
    • Produktbündel oder Mengenrabatte können angeboten werden, um den Kunden zu ermutigen, mehr pro Bestellung auszugeben.
  2. Marketing und Werbeausgaben:
    • Mit Kenntnis des AOV können Unternehmen besser abschätzen, wie viel sie bereit sind, für die Kundengewinnung auszugeben (Kundenakquisitionskosten).
    • Wenn der AOV steigt, könnte dies den Spielraum für höhere Marketingausgaben erhöhen.
  3. Lager- und Bestandsmanagement:
    • Ein höherer AOV könnte darauf hinweisen, dass Kunden hochpreisige Produkte oder Produktbündel bevorzugen. Dies kann Unternehmen dabei helfen, ihre Bestandsentscheidungen anzupassen.
  4. Website- und UX-Optimierung:
    • Der AOV kann als Indikator für die Wirksamkeit von Website-Designs oder Benutzererfahrungen dienen. Wenn Änderungen an der Website vorgenommen werden und der AOV steigt, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass die Änderungen positiv waren.
  5. Kundenbindungsstrategien:
    • Ein sinkender AOV könnte darauf hinweisen, dass Stammkunden weniger ausgeben. Treueprogramme oder spezielle Angebote könnten implementiert werden, um den AOV dieser Kundengruppe zu erhöhen.
  6. Zielgruppenanalyse:
    • Unterschiede im AOV zwischen verschiedenen Kundensegmenten können Aufschluss darüber geben, welche Zielgruppen am wertvollsten sind und wo Marketingbemühungen intensiviert werden sollten.
  7. Produktentwicklung und -einführung:
    • Ein steigender AOV in bestimmten Produktkategorien kann ein Indikator für die Nachfrage nach diesen Produkten sein. Unternehmen könnten dies als Anlass nehmen, ähnliche Produkte zu entwickeln oder bestehende Produkte weiter zu verbessern.
  8. Rücksendungs- und Rückerstattungspolitik:
    • Wenn der AOV in Verbindung mit einer hohen Rücksendungsrate steht, könnte dies ein Zeichen für Qualitätsprobleme oder Kundenzufriedenheitsprobleme sein. Unternehmen könnten ihre Rücksendungs- und Rückerstattungspolitik überdenken, um diese Probleme zu adressieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der AOV ein vielseitiges Instrument ist, das Unternehmen wertvolle Einblicke in das Kaufverhalten ihrer Kunden gibt. Durch die sorgfältige Analyse und Anwendung des AOV können Unternehmen ihre Strategien optimieren und fundierte Entscheidungen in verschiedenen Geschäftsbereichen treffen.